Die Geschichte Frankenbergs

Die Stadt Frankenberg (Eder) liegt im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg und gehört zum landschaftlich reizvollen Ederbergland, einer Urlaubsregion mit intakter Natur, ausgedehnten, wildreichen Wäldern und lieblichen Talauen. - Frankenberg zählt aktuell rund 18.600Einwohner, einschließlich der zwölf Stadtteile.

In den zurückliegenden vier Jahrzehnten ist Frankenberg zu einem modernen Mittelzentrum gewachsen und versteht sich heute als „Einkaufsstadt mit Herz" mit attraktiver Fußgängerzone, alteingesessenen Fachgeschäften und vielfältiger Gastronomie. Die bodenständige Wirtschaft sorgt für eine gute Arbeitsbedingung. Größter Arbeitgeber der Region ist der Heiztechnik-Hersteller Viessmann im benachbarten Allendorf (Eder).

In Frankenberg und den Stadtteilen gibt es zehn Schulen, darunter das Gymnasium Edertalschule sowie die Berufliche Hans-Viessmann-Schule. Seit 2005 ist Frankenberg Standort der Berufsakademie Nordhessen mit dem Studiengang „Systems Engineering". - Das Frankenberger Kreiskrankenhaus versorgt seit 60 Jahren die Menschen der Region, bis über die Kreisgrenzen hinaus.

 

Stadtgründung und Namensgebung
Der Sage nach wurde unter dem  Frankenkönig Dietrich von Bern um 520 auf dem heutigen Frankenberger Burgberg - dem „Frankenberg" - einen  Stützpunkt gegen die heidnischen Sachsen errichtet. Um 730 ließ Karl Martell, Großvater Kaiser Karls des Großen, dort ebenfalls eine Festung bauen, um gegen sächsische und sonstige Feinde gewappnet zu sein.

Die Stadt Frankenberg wurde 1234 von Landgraf Konrad von Thüringen gegründet. Burg und Stadt waren seit dieser Zeit ein Stützpunkt der hessischen Landgrafen, als Gegengewicht zur benachbarte Grafschaft Battenberg, die zum Erzbistum Mainz gehörte.

 

Wirtschaftliche Blütezeit
Wegen ihrer Lage am Schnittpunkt wichtiger Handelsstraßen und dank eines intakten Kaufmanns- und Handwerkerstands, erlangte Frankenberg bald wirtschaftliche Bedeutung und wurde Umschlagplatz für Handelsgüter aus Nord und Süd. Jahrmärkte erfüllten die Stadt mit Leben. Geblieben ist bis heute der traditionelle „Pfingstmarkt". Wirtschaftlicher Aufschwung förderte kulturellen Auftrieb. Schon im 13. Jahrhundert hatte Frankenberg eine Lateinschule.

 

Zwei Brandkatastrophen
Am 9. Mai 1476 brannte die Altstadt nieder; eine Stallmagd hatte ungeschickt mit Feuer hantiert. 1507 wurden Teile der Neustadt am Fuße des Burgbergs ein Raub der Flammen. Auch der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) schlug Wunden. Die einst günstige Lage an den Handelsstraßen wurde nun zum Verhängnis: Durchziehende marodierende Truppen verursachen schwere Schäden. Und Frankenberg verlor frühere überregionaler Bedeutung.

 

Ackerbürgerstädtchen und Öffnung
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts betreibt die Mehrheit der Bürger „Ackerbau und Viehzucht". Frankenberg sinkt zum Ackerbürgerstädtchen herab. Die Infrastruktur ist miserabel. Erst 1869 werden eine Poststraße nach Marburg und 1875 die neue Ederstraße nach Korbach gebaut. 1890, mit der Eröffnung der Bahnstrecke von Marburg aus und der Fortsetzung nach Korbach, erhält Frankenberg Anbindungen an den Fernverkehr. 1908 folgt mit der  Bahnlinie nach Westfalen und damit die Öffnung zum Industriepotenzial im Ruhrgebiet.

 

Altstadtsanierung und Wahrzeichen
In den 1970er Jahren wird die Frankenberger Altstadt saniert. Die Baulücken  von 193 abgerissenen Häusern und Scheunen müssen durch Neubauten geschlossen werden. Der optische Eindruck architektonischer Harmonie bleibt erhalten. Das beweisen die Ortsbild prägenden Fachwerkkulissen der Altstadt, des Ober- und Untermarktes und der Fußgängerzone.

Die hochgotische Liebfrauenkirche von 1286, die Marienkapelle von 1380, das zehntürmiges Rathaus von 1509, das ehemalige Kloster St. Georgenberg von 1530 mit Heimatmuseum und Mauritiuskapelle, das Steinhaus mit Stufengiebel sowie eine Reihe schmucker Bürgerhäuser sind die Höhepunkte einer Führung durch die unverwechselbare liebenswürdige Fachwerkstadt.

 

Frankenberger Schlaglichter

  • Frankenberg war im  Mittelalter von einer mächtigen Stadtmauer - um 1300 erbaut - umgeben. Von den 25 Türmen und Toren steht heute nur noch der wuchtige „Hexenturm" in der Gadengasse.
  • 1530 bis 1611: Die Marburger Philipps Universität sucht wegen der Pest sechs Mal Zuflucht in den Mauern der Stadt Frankenberg und lässt sich jeweils mit großem Tross vorübergehend hier nieder.
  • 1788: Wilhelm von Humboldt spaziert als Student durch Frankenberg.
  • 1899: Frankenberg erhält eine „moderne" Wasserleitung und erstmals reines Quell- anstatt Ederwasser. Die Zeit der Wasser-Kumpe ist vorbei.
  • 1903: In die städtische „Niedermühle" wird eine  Turbine eingebaut, mit der  Strom für das erste elektrische Licht in Frankenberg erzeugt wird.
  • 1906: Architekt August Melzer tuckert mit dem erste Automobil durch Frankenberg: Viersitzer mit 3,3 PS, von den Adler-Werken in Frankfurt.
  • 1945: Bei zwei Luftangriffen im März 1945 am Frankenberger Bahnhof kommen über 90 Menschen ums Leben. - Der Einmarsch der US-Army am 29. März 1945 trifft auf keinerlei Widerstand.
  • 1953: Erster Fernsehempfang in Frankenberg.